ÄTHIOPIEN - DR. HANS STEYRER

 
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Wir sitzen im Schatten eines Baumes und beobachten, wie Ochsen und Menschen die steinigen Äcker pflügen, Frauen, Kinder und Esel Wasserkanister von der Quelle zu den Hütten tragen. In der Nachmittagshitze flimmert die grandiose Landschaft dieses Landes, Farben und Formen verschwimmen, Erinnerungen an die zu Ende gehende Reise ziehen vorüber: der Beginn in Addis Abeba, der „Neuen Blume“, die Fahrt entlang des Ostafrikanischen Grabenbruches – eine der größten geologischen Strukturen unserer Erde, die Felsenkirchen von Lalibela - ein Ort der Wunder, wo sich „himmlische Räume im Inneren der Erde befinden“, wie es die Äthiopische Nonne Krestos Samra in ihren Visionen beschrieben hat. Auch die Danakil Wüste werden wir nie vergessen, sind wir doch 150 Meter unter dem Meeresspiegel in eine vulkanische Welt mit absurden Formen und Farben eingetaucht – eine lebensfeindliche Umgebung, die doch ihre Bewohner ernährt, indem sie ihnen alljährlich neue, unerschöpfliche Salzvorräte beschert. Und wir haben den aktivsten Vulkan der Erde bestiegen – eine mühevolle Wanderung, die aber jeden Schweißtropfen wert war.
Von fern hören wir den sonoren Ton der zehnsaitigen Begena, begleitet von Trommeln und Rasseln, der eindringliche Rhythmus vermittelt dieses uralte Lebensgefühl des Landes und seiner zahlreichen Völker. Diese Klänge im Ohr und die Bilder im Kopf treten wir schweren Herzens die Heimreise an…..