SüDSCHWEDEN - MAG. WOLFGANG REISINGER

 
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„Hejhej - zum ersten Mal habe ich mit 7 Jahren konkrete Pläne für eine Schwedenreise geschmiedet: Heiratspläne! Ich wollte das freche Mädchen mit den roten Haaren heiraten. Zum Glück – für meine Eltern – hatte das Nachbarsmädchen auch rote Haare. Die libidinösen Interessen änderten sich: Schweden als Leidenschaft blieb.

Diesmal waren es die Wikinger und hier besonders ihre Schiffe. Allerdings richtig begeistert war ich von einem Barockschiff: der Wasa. Vielleicht weil Sie ein Menetekel ihrer Zeit war: pompös, aber schwimmunfähig. (Auch Österreich hat ein 1:1 Modell einer technologischen Meisterleistung, das nie über eine Probefahrt hinausgekommen ist: Zwentendorf.)

Versteckt im barocken Schlosspark von Drottingholm liegt ein chinesisches Rokokoschlösschen, ein exotisches Geburtstagsgeschenk von König Adolf Friedrich an seine Frau Luise Ulrike. Sehe ich mir immer mit ein bisschen Neid an, weil über ein chinesisches Glückskeks als Geschenk bin ich noch nicht hinausgekommen.

Astrid Lindgren meinte einmal: ´Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen`. In Schweden vom Haupttouristenweg abkommen und kleine, unbekannte Dörfer entdecken, gibt einem die Chance das wahre Schweden zu erahnen. Und dann muss man ja auch noch etwas Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hin zu schauen (frei nach Lindgren).

Zum Sehen gibt es neben den Highlights viel: den Götakanal, eine Elch-Safari oder die Holzstadt Eksjö.
Auf den Abstecher auf die Insel Öland freu ich mich besonders, weil dort habe ich schwedisch Trinken bzw. Prosten gelernt: Skål! Seither ist mir klar, warum die Schweden in den Alpen so viel trinken. Es ist nicht nur der hohe Preis von Alkoholika, sondern das Zeremoniell, das bei formellen Dinnerparties einzuhalten ist. Im Endeffekt habe ich darauf gewartet, dass ich von meiner bordsdam unter dem Tisch angestupst wurde, sonst wäre ich verdurstet. Ich erkläre Ihnen die Regeln während der Reise, wir haben genug Zeit im Bus. Schachkenntnisse sind nicht von Nachteil!
Aber keine Angst sie werden in Schweden nicht verdursten, außer sie haben eine Lactoseintoleranz. Ich trinke seit meinem ersten Schwedenaufenthalt regelmäßig ein Glas Milch am Abend. Gibt’s meist gratis zum Menü dazu. Des öfteren Fisch…..

Spannend wird es dann in Ystad! Hier kann man sich auf die Spuren des Kommissars Kurt Wallander begeben und so manche Filmkulisse (wer wollte nicht schon einmal als Leichen-Statist bei einem Film mitmachen: wenig Text, aber total im Mittelpunkt) ausfindig machen. Stolze Fachwerkhäuser und der gemütliche Marktplatz „Stortorget“ prägen die mittlerweile berühmte Stadt. Nur wenige Minuten sind es mit dem Bus bis zum Fischerdorf Kåseberga, das mit der benachbarten Steinsetzung Ales stenar auch heute noch Rätsel aufgibt.
Ein Rätsel wird bis dahin gelöst sein: Wann werden wir  in Europa wieder reisen?

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