RUMäNIEN/SIEBENBüRGEN - MAG. LEO NEUMAYER

 
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„Eine ganz besondere Region Rumäniens ist Siebenbürgen, einst wichtiger Teil der Habsburgermonarchie. Es diente als grenzsicherndes Bollwerk gegen Feinde wie die Türken. Dort siedelten sich Deutsche (die sogenannten Siebenbürger Sachsen), aber auch Österreicher (sogenannte Landler) an, übernahmen den hier tolerierten evangelischen Glauben (oder brachten ihn wie die Landler mit) und entwickelten eine großartige, hochstehende Kultur mit wunderschönen Städten.
Typisch und von überragender historischer Bedeutung, beeindruckend und bewundernswert sind die (etwa 150) Kirchenburgen. Sie waren religiöses, kulturelles Zentrum, Zufluchtsort und Verteidigungsanlage gleichermaßen: Eine feste Burg ist unser Gott ... Großartige Beispiele gibt es etwa in Tartlau/Prejmer oder Birthälm/Biertan - eindrucksvolle Kirchenbauten, umgeben von einem (oder mehreren) Befestigungsringen – Zufluchtsorte in unsicheren Zeiten.
Gab es überhaupt sichere Zeiten, frage ich mich angesichts der wechselvollen Geschichte.
Eine hochinteressante Begegnung mit österreichischer Geschichte bietet das Landlermuseum in Neppendorf/Turnișor: Unter der Herrschaft von Karl VI. und Maria Theresia wurden Protestanten aus dem österreichischen Kernland nach Siebenbürgen zwangsausgesiedelt. Ihre Geschichte wird in diesem Museum erzählt – von Nachkommen und in unverkennbar oberösterreichischer Mundart!

Viel hat sich verändert, vor allem seit 1989 – wirtschaftlicher Aufschwung, verbesserte Versorgungslage. Die Siebenbürger Sachsen und die wenigen Landler haben fast alle das Land verlassen ...

Nicht nur Geschichte erwartet uns bei der Rumänienreise, auch eine interessante Gegenwart mit lebendigen Städten (Hermannstadt-Sibiu, Kronstadt-Brașov, Schäßburg-Sighișoara), lieblichen Landschaften, pittoresken Dörfern, in denen das Leben hart ist, bis zum heutigen Tag.“